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Entwicklungspsychologie (Subject) / 11. Entwicklung im Kontext von Familie (Lesson)

Mikrosystem Alternative Familienformen Funktion von Familie für die Entwicklung

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  • Was sind die Definitionsmerkmale von Familie? —  Abgrenzung,  —  Privatheit,  —  Dauerhaftigkeit,  —  Nähe und  —  Intergenerationalität Als Familie zählen alle intimen Beziehungen, also auch Freundschaften
  • Systemtheorie nach Minuchin und Sameroff •  Ganzheit: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile •  Integrität von Subsystemen: Komplexe Systeme setzen sich aus Subsystemen zusammen und stehen in Verbindung untereinander; Subsysteme können auch isoliert betrachtet werden •  Stabilität und Veränderung: psychologische Systeme sind offen und werden von äußeren Faktoren beeinflusst •  Wechselseitiger Einfluss: zirkuläre Beziehungen dominieren vor linearen; alle Komponenten des Systems sind untereinander abhängig, Veränderungen bei einer bewirken (fast) immer auch Veränderungen bei anderen Komponenten  •  Systeme haben die Tendenz, in sich ein Gleichgewicht zu entwickeln
  • Wer gehört zum Mikrosystem der Familie? Grosseltern, Mutter, Vater, Geschwister
  • Nenne die zwei wichtigen Dimensionen im Mikrosystem 1. Wärme und Verständnis ↑  öffentliche Zuwendung und Zärtlichkeit ↑  Eingehen auf die Bedürfnisse und Gefühle ↑  hohe zeitliche Investition ↓  Ignoranz der Gefühle und Bedürfnisse des Kindes,  ↓  breites Desinteresse gegenüber den Aktivitäten, Emotionen etc. 2. Kontrolle ↑  forderndem, kontrollierenden Elternverhalten  (bis zu vollständiger Kontrolle)  ↓  Gleichgültigkeit und Vernachlässigungen  ↑  Zu stark kontrollierende Eltern verhindern, dass Kind selbst Standards erreicht oder erfüllt, wichtig im Vorschulalter: Selbst-Regulation  ↓  Zu wenig Kontrolle verhindert das Lernen von kulturellen Standards und Regeln, Kinder entwickeln kein Gefühl der Verantwortung
  • 4 mögliche Kombinationen von Elternverhalten viel Kontrolle & viel Wärme/ Zugänglichkeit = Autorativ wenig Kontrolle & viel Wärme/ Zugänglichkeit = Permissiv viel Kontrolle & wenig Wärme/ Zugänglichkeit = Autoritär wenig Kontrolle & wenig Wärme/ Zugänglichkeit = Vernachlässigend Erziehungsstile so wie hier sind Extrempositionen, Eltern lassen sich nicht konsisten entsprechend klassifizieren
  • Was ist die negative reinforcement trap? Wenn negatives Verhalten belohnt wird. Z. B. nach Schreien bekommt Kind Schokolade um ruhig zu sein
  • 3 Erziehungsmethoden -direkte Instruktion (Erklären, Coaching) -Modelllernen ( +Imitation, -Counterimitation) -Feedback ( +Belohnung, -Bestrafung)
  • Bestrafung sollte... sein -unmittelbar -konsistent -transparent (Erklärung wie man Bestrafung in Zukunft vermeidet) -in einer vertrauensvollen Beziehung
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  • Unterschiede Vater vs. Mutter •  Mütter verbringen mehr Zeit mit den Kindern und berichten über mehr Konflikte" •  Väter spielen mit ihren Kindern stärker taktil und physisch, Mütter stärker verbal und spielzeugbezogen" •  Väter haben im Jugendalter zu ihren Töchtern eine distanziertere und asymmetrischere Beziehung als die Mütter " -> viele Unterschiede kommen durch elterliche Funktionen, nicht durch Geschlecht des Elternteils zustande"
  • Misshandlungen in Familien kommen in welchen Formen vor? •  physische Misshandlung / Gewalt •  sexueller Missbrauch •  psychologischer Misshandlung (Beschämung, Verspottung, Zurückweisung) •  Vernachlässigung (Grundbedürfnisse: Ernährung, Kleidung, medizinische Versorgung, Schützen vor Gefahr) •  emotionale Vernachlässigung (Grundbedürfnisse an Wärme und Geborgenheit)
  • Folgen von Misshandlung •  physische •  sozial (Rückzug, Aggression) •  emotional •  kognitive Entwicklung (Schulleistungen) •  Verhaltensauffälligkeiten (stören in der Klasse) •  Depression •  Suizidalität •  Missbrauch der eigenen Ehepartner oder Kinder
  • Was können Misshandlungs fördernde Faktoren sein? Kultur: •  Armut (Stress höher) •  Militär-Familien (Familienmitglied im Krieg) •  Soziale Isolation (keine anderen Erwachsenen) Eltern: •  Missbrauch in eigener Vergangenheit (1/3) •  Mangel an anderen Erziehungsstrategien Kind: •  Alter: Babys & Vorschulkinder (leichte Opfer; „nerven“) •  chronische Krankheiten (weinen, brauchen viel Pflege, finanzielle Ausgaben, verursachen mehr Stress)
  • Welchen Einfluss hat die Ehe auf das Verhalten der Kinder? •  Unzufriedene Ehepaare haben häufiger Kinder mit unsicherer Bindung als zufriedene Ehepaare  •  Uneinigkeit und Zerstrittenheit der Eltern korreliert mit der Konflikthäufigkeit unter Geschwistern  •  Unzufriedene Ehepaare interagieren mit ihren Kindern in einer Problemlöseaufgabe anders als zufriedene Ehepaare
  • Welchen Einfluss haben Grosseltern auf die Entwicklung des Kindes? direkt: aktive, involvierte Grosseltern & gutes Verhältnis: →  weniger emotionale Probleme →  mehr prosoziales Verhalten →  Stress-Puffer (Coping) →  besser Angepasstheit indirekt: Mütter die soziale und emotionale Unterstützung durch Grosseltern bekommen →  niedrigeres Risiko für Drogenmissbrauch, Delinquenz
  • Vergleich der Entwicklung mit oder ohne Geschwister Erstgeborene: „Versuchskaninchen“ der Eltern, hohe (unrealistische) Anforderungen, mehr positive Emotionen, aber auch mehr Bestrafungen -> höhere Testintelligenz, höhere Studiumsraten, sind angepasster gegenüber Regeln der Eltern Später geborene: Eltern sind weniger streng, beharren weniger auf Regeleinhaltung -> beliebter bei Gleichaltrigen, sind weniger um Wohlwollen der Eltern bemüht, innovativer  aber: Unterschiede sind klein und inkonsistent  
  • Was ist bei Einzelkindern auffällig? sind in weiten Persönlichkeitsbereichen und Verhaltensweisen den Kindern mit Geschwistern ähnlich, aber tendenziell höher in Testintelligenz, Schulleistungen, Autonomie und Reife
  • Positive vs negative Auswirkungen von Geschwistern Positive Auswirkungen:  •  Spielpartner & Gesprächspartner  •  Förderung des sozialen Verstehens  •  Unterstützung bei Krisen •  höherer Lebenszufriedenheit & Selbstwert, weniger Depression & Einsamkeit,  •  können für niedrige Unterstützung von Eltern kompensieren Negative Auswirkungen:  •  Konkurrenz & Rivalität (z.B. bei Geburt eines Geschwisters •  Aggressionen •  Konflikte
  • Die Phasen der Scheidung 1.  Ambivalenzphase 2.  Trennungs- & Scheidungsphase 3.  Nachscheidungsphase (4. Wiederheirat)
  • Psychische Folgen einer Scheidung >  kurzfristige: Beeinträchtigungen sind in der Phase kurz vor und kurz nach  der Scheidung am wahrscheinlichsten >  langfristige: Mehrheit der Scheidungskinder hat keine langfristige Folgen! >  Auswirkungen auf die Kinder sind in der Regel nicht gross, aber bei Vergleichen zwischen Scheidungskindern und Kindern aus intakten Familien  schneiden konsistent die Scheidungskinder etwas schlechter ab bezügl.: •  Schulleistungen •  Verhaltensauffälligkeiten •  Angepasstheit •  Selbstkonzept •  Eltern-Kind Beziehungen >  es gibt kein Scheidungssyndrom:  alle Arten von Folgen und psychischen Beeinträchtigungen sind möglich (z.B. Schulleistungsabfall, Verhaltensauffälligkeiten, etc. – siehe oben) >  Am wahrscheinlichsten: Akzentuierung und Verstärkung von bereits bestehenden „Schwachpunkten“  >  Mädchen, wenn sie bei der Mutter leben, mit ihr eine gute Beziehung haben können sogar von einer Scheidung profitieren:  Beziehung wird noch besser, soziale Kompetenz, frühe Übernahme von Verantwortung und Eigenverantwortung >  Transmission des Scheidungsrisikos: Scheidungskinder sind als Erwachsene oft häufiger betroffen von Eheproblemen, haben eine negative Einstellung gegenüber der Ehe, und lassen sich selber oft scheiden
  • Psychische Folgen der Scheidung sind geringer bei... ...•  Autoritativem Erziehungsstil des sorgeberechtigten Elternteils •  Guter Eltern-Kind-Beziehungen (auch zum Elternteil ohne Sorgerecht) •  Finanzieller Sicherheit •  Neutraler oder positiver Beziehungen zwischen den Ex-Partnern •  Geringem Konfliktausmaß vor der Scheidung •  Gemeinsamem Sorgerecht bei gleichzeitig geringer Konfliktdichte •  Koordiniertem Erziehungsverhalten der Ex-Partner •  Zulassen der Gefühle der Kinder und Gespräche über Scheidung •  aktivem Coping der Kinder
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  • Merkmale von Stieffamilien im Verglelich zu intakten Familien •  einen geringeren Familienzusammenhalt, •  weniger klar definierte Familiengrenzen, •  weniger förderliche Kommunikationsstrukturen, •  ein höheres Maß an Konflikten •  weniger enge und intime Eltern-Kind Beziehungen   >  Alter: jüngere Kinder scheinen Stiefeltern eher zu akzeptieren >  Geschlecht: Befundmuster für Töchter und Söhne unterschiedlich >  Verhalten und Beziehungsgestaltung des neu hinzukommenden Elternteils
  • Was ist der Unterschied in gleichgeschlechtlichen Beziehungen? •  Gleichgeschlechtliche Paare sind autonomer und gleichgestellter •  Gleichgeschlechtliche Paare sind besser in Konfliktbewältigung •  Heterosexuelle verheiratete Paare erhalten mehr soziale Unterstützung von ihren Familien >  Kinder, die in Haushalten mit gleichgeschlechtlichen Paaren aufwachsen unterscheiden sich nicht in Bezug auf •  Angepasstheit, Persönlichkeit und Peer-Beziehungen •  Geschlechtsrollenverhalten und sex. Orientierung  •  Schikanierungen
  • Genereller Satz über Eltern von Kail (2013) who the parents are seems to matter less than what they do - children benefit from good parenting styles.
  • Zusammenfassung: Einfluss von Familien auf die Entwicklung >  Familie ist ein offenes System, das kontinuierlichen  Veränderungen unterliegt >  Veränderungen bei einem Mitglied des Systems machen Anpassungsleistungen bei allen Mitgliedern notwendig >  Anpassungsleistungen brauchen Zeit, psychologische  und andere Ressourcen >  Es gibt Unterschiede zwischen Familien und Familienmitgliedern,  wie gut und schnell Anpassungsleistungen erbracht werden >  Familie ist ein Entwicklungsumfeld für Kinder, in dessen  Rahmen die wesentlichsten Entwicklungsfortschritte für fast alle Funktionsbereiche begleitet und geleistet werden  >  Die Funktionen von familiären Strukturen sind hauptsächlich  die Befriedigung von sozial-emotionalen Bedürfnissen und  die Bereitstellung von Hilfe bei Entwicklungsaufgaben 
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