Allgemeine Psychologie (Subject) / Geschichte der Psychologie (Lesson)

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Geschichte

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  • Wann und womit beginnt "die" Psychologie? vorwissenschaftliche Psychologie:  Nachdenken des Menschen über sich und die menschliche Seele vermutlich seit Anbeginn Anfänge der (griechischen, indischen, chinesischen...) Philosophie Menschenbild mit Beginn der (Frühen) Neuzeit Begründer der Psychologie als eigenständige Wissenschaft: Wilhelm Wundt (1832-1920) 1879 Gründung des ersten experimentalpsychologischen Instituts mit einem systematischen Forschungprogramm in Leipzig Mitbegründer der Völker- bzw. Kulturpsychologie
  • Psychophysik - experimentelle Psychologie Hermann von Helmholtz (1821-1894) Lehrer Wundts Arbeiten zur Farbwahrnehmung, Physiologie des Hörens und Sehens, Nervenleitungsgeschwindigkeit Ernst Heinrich Weber (1795-1878) "Über den Tastsinn", Arbeiten zur Reizschwelle Gustav Theodor Fechner (1801-1887) "Elemente der Psychophysik" (1860), Webersches (oder Weber-Fechnersches) Gesetz Entwicklung der experimentellen Psychologie aus der Psychophysik
  • Völkerpsychologie Unter Völkerpsychologie versteht man die (nicht-experimentelle) Untersuchung von z.B. Sprache, Religion, Kunst usw. von Völkern bzw. Gesellschaften oder Kulturen (heute eher: Kulturpsychologie) Herder und Humboldt als Vorläufer Moritz Lazarus & Heymann Steinthal: 1859 Zeitschrift für Völkerpsychologie 1851 (Lazarus): "Über den Begriff und die Möglichkeit einer Völkerpsychologie" Wilhelm Wundt (ab 1900): 10 Bände "Völkerpsychologie" über Sprache, Religion kunst, Recht, Musik, Sitte, Mythos...
  • Gestaltpsychologie Gestaltpsychologie beschreibt die menschl. Wahrnehmung als Fähigkeit, Strukturen und Ordnungsprinzipien in Sinneseindrücken auszumachen. Vorläufer Christian von Ehrenfels: "Über Gestaltqualitäten" (1890), Übersummativität und Transponierbarkeit Beginn des 20. Jahrhunderts: Begründung der Gestaltpsychologie durch: Max Wertheimer: "Experimentelle Studien über das Sehen von Bewegung", 1912; Phi-Phänomen (Wahrnehmungstäuschung, 2 Standbilder) Wolfgang Köhler: "Intelligenzprüfungen an Menschenaffen", 1921; Versuche auf Teneriffa zum Werkzeuggebrauch und Problemlöse-verhalten von Schimpansen (kognitve Psychologie, "Aha"-Erlebnis) Kurt Koffka: Entwicklingspsychologie des Kindes auf gestalttheoretischer Grundlage (1921), Hauptwerk: systematische Darstellung der Gestalttheorie (1935)
  • Auf welchen wichtigen Grundannahmen fußt die Tiefenpsychologie? Es gibt nicht nur bewusste Inhalte im Seelenleben des Menschen, sondern auch Wünsche, Erinnerungen usw., die unbewusst sind. Auch solche unbewusste Inhalte nehmen Einfluss auf dasjenige, was ein Mensch erlebt und was er tut. Unbewusst Inhalte lassen sich – zumindest teilweise – (wieder) bewusst machen.
  • Nenne 3 wichtige Vertreter der Tiefenpsychologie und ihre jeweiligen Richtungen. Sigmund Freud (1856-1939): Gründer der klassichen Psychoanalyse, topische Modelle der Psyche, psychosexuelle Entwicklung  frühe Schüler Freuds, haben sich aus inhaltlichen Gründen mit ihm überworfen: Alfred Adler (1870-1937): Gründer der Individualpsychologie, Mängelkompensationsthese  Carl Gustav Jung (1875- 1961): kollektives Unbewußtes, Archetypen
  • Welche Phasen durchläuft die psychosexuelle Entwicklung nach Freud? orale Phase anale Phase phallische Phase  ---Ödipuskonflikt--- Latenzperiode genitale Phase
  • Sigmund Freuds topische Modelle der Psyche 1.Topik: Unterscheidung des „Bewussten“ vom größeren und einflussreicheren „Unbewussten“ 2. Topik: Es/Ich/Über-Ich Es: das triebhafte Element der Psyche - (Triebe, Bedürfnisse, Affekte)  Ich (Randgebiet des „Es“), psychische Strukturinstanz Denken, Erinnern, Fühlen, Ausführen von Willkürbewegungen Vermittler zwischen impulsiven Wünschen des Es und des Über-Ich sucht nach rationalen Lösungen ist zum größten Teil bewusst Über-Ich: psychische Struktur, in der die aus der erzieherischen Umwelt verinnerlichten Handlungsnormen, Ich-Ideale, Rollen und Weltbilder gründen. „Gewissen“ moralische Instanz, Wertvorstellungen Vorstellungen von Gut und Böse der Gegenpart zum Es  
  • Was ist der Behaviorismus? Gegenposition zur Tiefenpsychologie wissenschaftstheoretisches Konzept, Verhalten von Menschen und Tieren mit naturwissenschaftlichen Methoden, d.h. ohne Introspektion oder Einfühlung zu untersuchen und zu erklären  
  • Nenne 3 Grundannahmen des Behaviorismus. Gegenstand der Psychologie ist ausschließlich das beobachtbare (und messbare), "offene" Verhalten von Menschen Alle "inneren" Vorgänge – Wünsche, Ziele, Erinnerungen – sind nur insoweit von Interesse, als sie sich in äußerem Verhalten "ausdrücken" Diese inneren Vorgänge sind also entweder kein Gegenstand der Psychologie – oder sie sind sogar (bei extremen Behavioristen) gar nicht existent bzw. bloß Einbildung
  • Nenne 3 wichtige Vertreter des Behaviorismus und ihre wichtigsten Studien. Iwan Petrowitsch Pawlow (1849-1936): Reflexologie, "klassisches Konditionieren) John Broadus Watson (1878-1958): "Der kleine Albert", programmatische Schriften (z.B. "Psychology, as the behaviorist views it") Burrhus Frederic Skinner (1904-1990): "instrumentelles" oder "operantes" Konditionieren (Skinner-Box), Spracherwerbstheorie
  • Nenne 3 wichtige Grundannahmen der Humanistischen Psychologie.   Gegenstand der Psychologie sind nicht nur äußere Prozesse, sondern auch innere Vorgänge. Der Mensch ist im Grundsatz frei und kann frei wählen, er hat weitaus größeren Einfluss auf seine Entwicklung, als im Behaviorismus oder in der Tiefenpsychologie. Der (gesunde) Mensch nutzt diese Freiheit und diese Einflussmöglichkeiten, um zu wachsen und sich selbst zu verwirklichen. Weitere Grundannahmen: Der Mensch ist mehr als die Summe seiner Teile Der Mensch lebt in zwischenmenschlichen Beziehungen Der Mensch lebt bewusst und kann seine Wahrnehmungen schärfen Der Mensch kann entscheiden Der Mensch ist intentional Psychische Störungen entstehen, wenn Umwelteinflüsse die Selbstentfaltung blockieren  
  • Nenne 3 wichtige Vertreter der Humanistischen Psychologie. Charlotte Bühler (1893-1974): Entwicklungspsychologie Abraham Maslow (1908-1987): "Bedürfnispyramide" Carl Rogers (1902-1970): Gesprächspsychotherapie (Empathie, Akzeptanz, Kongruenz)   1961 Journal of Humanistic Psychology 1962 American Association of Humanistic Psychology
  • Nenne 3 Grundannahmen der Kognitiven Psychologie. Gegenstand der Psychologie sind (auch) innere Prozesse, vor allem insoweit sie mit äußeren zusammenhängen oder für äußere von Bedeutung sind. Solche inneren – hier: kognitiven – Vorgänge sind nicht allein Denken im engeren Sinne, sondern auch damit zusammenhängende Leistungen wie Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Gedächtnis/Erinnerung, Problemlösung oder Sprache. Was ein Mensch an beobachtbarem Verhalten zeigt, ist wesentlich eine Folge derartiger innerer, informationsverarbeitender Prozesse.
  • Was ist die "Kognitive Wende"? Kognitive Wende ist die Bezeichnung für eine Entwicklung innerhalb der Paradigmen der psychologischen Wissenschaftsgemeinde vom Behaviorismus hin zum Kognitivismus. Sie vollzog sich in den 1960er Jahren.    
  • Nenne einige Vertreter der Kognitiven Psychologie sowie zwei typische Forschungsmethoden. Albert Bandura (*1925): Modell- bzw. Beobachtungslernen (Bobo doll) Jerome S. Bruner (*1915): Entwicklungs- und Kulturpsychologie Miller, Galanter und Pribham (1960): Strategien des Verhaltens (TOTE-Schema)   Forschungsmethoden: Experiment, (Computer-) Simulation
  • Was ist das TOTE-Schema? 1960 als beschreibendes Modell zur Untersuchung von zielstrebigem Verhalten von George A. Miller, Eugene Galanter und Karl H. Pribram veröffentlicht.  Abkürzung TOTE für die Sequenz „Test – Operate – Test – Exit“  In der Prüfphase wird ein Ist- mit einem Soll-Wert verglichen (Test). Ist der Soll-Wert nicht realisiert, wird die Handlungsphase durchlaufen, während der eine Aktivität ausgeführt wird (Operate). Die Handlungsphase führt auf Grund der Handlung zu einer Aktualisierung des Ist-Wertes, der in einer weiteren Prüfphase mit dem Soll-Wert verglichen wird (Test). Ist der Soll-Wert weiterhin nicht realisiert, wird die Handlungsphase erneut durchlaufen, andernfalls wird der Rückkopplungskreis verlassen (Exit).
  • Nenne 3 wichtige Grundannahmen der Biopsychologie. Der Gegenstand der Psychologie – Verhalten, Erleben, Bewusstsein – kann aus den zugrundeliegenden biologischen (derzeit v.a. neuropsysiologischen) Prozessen erklärt werden (Reduktionismus). Als eine Folge: Verhalten und Verhaltensmöglichkeiten hängen weitgehend vonphysiologischen Prozessen ab, sind also vor allem vererbt. Erfahrung (und Lernen) ist modellierbar, indem es in diese physiologischen Prozesse (und Substrate) eingreift.